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Der Naturpark Schlern - Rosengarten

Der Wandervorschlag verläuft gänzlich im Gebiet des Naturparkes Schlern – Rosengarten, welcher als erster der 7 Naturparke in Südtirol gegründet worden ist.
Der 1974 eingerichtete Naturpark, welcher in den Anfängen von der Bevölkerung mit großen Misstrauen begutachtet wurde, da doch mit einige Einschränkungen bei der Bewirtschaftung gerechnet wurde, weist seit kurzem eine Fläche von 6.796 auf.
Im Jahre 2003, wurde der Park auf Anfrage der Gemeinde Tiers um 900 ha erweitert, was einer Fläche von 16% der bisherigen Parkausmaße gleich kam. Die Erweiterung in Richtung Rosengarten kann auch als eine gewachsene Akzeptanz gegenüber dem Naturpark und dessen Zielsetzung von Seiten der Bevölkerung verstanden werden.

Der Wanderweg liegt voll und ganz in dem neu dazugekommenen Schutzgebiet. Mit dieser Ausweisung wurde im Jahre 2005 auch der ursprüngliche Name von „Naturpark Schlern“ auf „Naturpark Schlern – Rosengarten” geändert.
Die Naturparke in Südtirol werden von der Provinz Bozen verwaltet und unterscheiden sich auch sonst von den Nationalparken. Im Gegensatz zu den Nationalparken gibt es innerhalb der Naturparke keine bewohnten Gebiete; weiters dürfen keine Neubauten errichtet werden, während die Jagd, die Landwirtschaft ähnlich geregelt sind wie im restlichen Gebiet der Provinz.
 
Sonnenaufgang im neu
ausgewiesenen Schutzgebiet
Tannenzapfen der Föhre Naturparkhaus “Steger Säge”

Pinus sylvestris - die Föhre (Waldkiefer)


Der erste Teil der Wanderung wird in einem Föhrenwald zurückgelegt. Typisch für die Föhre ist die im oberen Bereich rötliche und schuppenartig abfallende Rinde. Im unteren Bereich hat die Rinde fast schon braun – beige Färbung.

Weiters auffällig sind die relativ langen Nadeln (ca. 3 cm) mit paarweise angeordnet und die rundlichen und holzigen Tannenzapfen.

Die Föhre kommt oftmals an nährstoffarmen und trockenen Böden vor, wie eben hier an diesem südexponierten Hang. Der hier anzutreffende, vom Dolomitgestein geprägte Boden ist sehr grobkörnig und wasserdurchlässig. Die Föhre ist ein ausgesprochener Tiefwurzler und kann somit bei diesen unwirtlichen Gegebenheiten überleben. Sie kann aus tiefsten Schichten Nährsalze und das lebenspendende Wasser entziehen. Dieser Wurzelapparat schützt sie auch, im Gegensatz zur Fichte, vor Windschäden. Man findet in der Tat viel häufiger vom Wind entwurzelten Fichten als Föhre.

Der Waldboden eines Föhrenwaldes besteht häufig aus Heidekraut (Erika), Wacholder, aber auch Berberitze und Schneeball.


Larix decidua = Larix europea – die Lärche

Die Lärche ist der einzige Nadelbaum welcher im Herbst seine Nadeln verliert. Er ist ein typischer Pionierbaum der den brachen Boden nach Bränden, Windrissen oder Erdrutschen besiedelt. Die Lärche findet in solchen Gebieten ideale Bedingungen zum Keimen. Weiters bevorzugt die Lärche, im Gegensatz zur Tanne, sonnige Standorte. Bei solchen Bedingungen hat die Lärche kaum Konkurrenten und besiedelt diese Gebiete. In der nachfolgenden natürlichen Besiedelung dieser Gebiete wird sie allerdings zunehmend von der Fichte und anderen Arten verdrängt. Die Fichte bildet das Endstadium in einem natürlichen Waldbewuchs in einer Höhe von 800 bis 1500 m .Das Holz der Lärche ist wetterbeständig und wird sehr häufig als Bauholz verwendet. Die meisten Almhütten und Dachschindeln in unseren Tälern werden aus Lärchenholz hergestellt. Kein anderes einheimisches Holz kann dem Wind, der Nässe oder der Sonne zum Teil über Jahrhunderte trotzen. Diese Widerstandsfähigkeit wird durch Verkohlen der äußeren Schicht noch erheblich verstärkt.

Mauro Corona berichtet in seinem Buch “Die Stimmen des Waldes” von der Lärche: „Furchtlos und zurückhaltend, mit edler Anmut und starken Charakter sind ihre natürlichen Eigenschaften. Die Dörfer der Täler bestehen aus Einsatz, Steinen und Lärchen. […] Nach dem Schnitt, immer bei abnehmendem Mond, wird die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Lauf der Zeit durch abfackeln über Hopfenbuchenholz erhöht. Die ohne dies schon engen Holzfasern verengen sich noch mehr. Das Holz nimmt eine dunkle Farbe an und wird nahezu unverwüstlich. Die kleinen Verbrennungen führen dazu dass sich der Charakter der Holzfasern verhärtet. Heutzutage werden synthetische Chemikalien für den Holzschutz eingesetzt. Damals hatte man aber nur die natürlichen Elemente Luft, Erde, Wasser und Feuer zu Verfügung.“

Lärchennadeln im Sommer

Lärchennadeln im Herbst

Lärchenwiese


Die Lärchenwiese

Die Lärche ist bei fortgeschrittener Waldentwicklung sowohl im subalpinen Fichtenwald als auch im alpinen Lärchen-Zirbenwald den Konkurrenten Fichte und Zirbe unterlegen. Diese brauchen zur Keimung einen humusreichen Boden. Die Lärche hingegen ist eine Pionierbaumart und kann offene und magere Böden besiedeln. Im Laufe der weiteren Waldentwicklung aber wird sie von anderen Baumarten verdrängt. Nur an sehr ungünstigen und steilen Standorten kann sie sich dauerhaft halten. Ihrer Eigenschaft als Lichtbaumart und als Lieferant guten Bauholzes ist es zu verdanken, dass sie in den Alpen eine wesentlich stärkere Präsenz aufweist als ihr natürlicherweise zukommt. Durch die Entfernung der Fichte werden für die Lärche bessere Standortbedingungen geschaffen, gleichzeitig wird durch die verbesserten Lichtverhältnisse am Boden das Aufkommen einer Wiese und somit die Mähnutzung bzw. Weide möglich. Diese Form der Doppelnutzung ist zu einem typischen Element der alpinen Kulturlandschaft geworden. Aus diesem Grund ist man nun bemüht, die Lärchenwiesen möglichst zu erhalten. Werden sie nicht mehr genutzt, stellt sich sehr rasch eine Fichtenverjüngung und damit eine Entwicklung zum geschlossenen

(Aus: “Die Armentarawiesen” – Autonome Provinz Bozen, Abteilung Natur- und Landschaftsschutz, 2002).


Der Rosengarten, der Latemar und die umliegenden Berge

Von der Plafötschalm aus öffnet sich ein wunderbarer Blick auf die umliegenden Berge. Vordergründig ist es sicher der Rosengarten und die Vajoletttürme, welcher ins Auge stechen. Von hier aus sieht man links den Nordturm, den Haupturm und den bekannten und unverwechselbaren Dellago Turm, welcher zu den berühmten Vajoletttürmen gehört, welche häufig ein Motiv für Postkarten bilden. Neben den imposanten größeren Türmen befindet sich ein kleinerer an die 40 m hoher Turm, welcher den Namen des Fassaner Bergsteigers und Schriftsteller Tita Piàz trägt. Der auch als „Teufel der Dolomiten“ bezeichnete Bergsteiger hat 1920 anlässlich des Besuches des Königs, auf „seinem“ Delagoturm ein weithin sichtbares Feuer entzündet.

Lenkt man den Blick nach Süden, so kann man den Laurinskofel und die eigentlichen Rosengartenspitze (2.981 m) welche die Kulisse des zentralen Rosengartenstocks abschließen sehen. Führt man den Blick weiter südwärts ragen die unzähligen Türme des Latemars in den Himmel. Es scheint sonderbar, aber das Gestein des Latemars entspricht nicht jenem des Rosengartens. Auch wenn der Latemar geografisch zu den Dolomiten gezählt wird, so besteht sein Gestein aus reinem Kalkstein (CaCo3) und eben nicht aus Dolomitgestein, welche die chemische Formel CaMg(Co3)2 aufweißt. Wie es zu dieser Anreicherung des Elementes Magnesium, auch als Dolomitisierung bezeichnet, in dem somit härteren Dolomitgestein gekommen ist, stellt die Wissenschaft bis heute vor einem ungelösten Rätsel. Das leicht auswaschbare Kalkgestein des Latemar hat zu einer Zerklüftung des Bergmassives geführt und mehr Türme und Zacken bilden lassen als beim Rosengarten. Auch die Marmolata, welche häufig als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet wird besteht nicht aus dem Dolomitgestein, sondern aus dem so genannten Marmolatakalk. Links von der Plafötsch Alm ragt einsam, im Schatten der Dolomitengipfel gelegen, die Sölln-Spitze empor, auf welcher mit freien Auge, auch das Gipfelkreuz erkannt werden kann. Gleich daneben befindet sich die Plafötschspitze.

Der Rosengarten von der Plafötsch
Alm aus gesehen
Claraia clarai, Leitfosil der Werfenerschichten Sölln Spitze und Plafötsch Spitze
 
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