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Venezianer Gattersäge

Die technischen Besonderheiten einer Venezianer Gattersäge, welche im 18.Jahrhundert in Südtirol und Trentino verbreitet war, sind die Mechanik wird voll un ganz mit Wasser betrieben und der gesamte Karren mit Stamm bewegt sich zum Sägeblatt hin.

Bei diesem Sägetyp ist das sich Auf- und Abbewegende Sägeblatt in der Mitte der Säge positioniert, während sich der Karren mit dem eingespannten Stamm gegen die Zähne der Säge hin bewegt. Sowohl die Auf- und Abbewegung der Säge, als auch der Vorschubmechanismus des Karrens werden durch das einzige, außerhalb des Sägegebäudes gelegene Wasserrad angetrieben.

Das kleine Wasserrad, welches am Wellbaum angebracht ist, kann nicht mit den großen Rädern der Mühlen verglichen werden. Bei jeder vollständigen Umdrehung des Wasserrades, hebt und senkt sich das Sägeblatt ein Mal. Wäre das Rad groß, so würde die Bewegung des Auf und Ab einfach zu langsam erfolgen.

Am Ende des Wellbaumes befindet sich die Kurbelwelle, welche die Drehbewegung des Wasserrades in ein Auf und Abbewegung des Sägeblattes umwandelt.
 
Die Steger Säge um 1900
(Quelle: Gemeinde Tiers)
Das Sägegatter
(der Spannrahmen des Sägeblattes)
Außenbereich der Säge
beim Wasserrad

Der Vorschubmechanismus ist direkt mit dem sich vertikal bewegenden Sägegatter verbunden. Durch eine Reihe von Umlenkvorrichtungen wird jedes Auf und Ab der Säge auf ein sich langsam drehende Achse übertragen. Auf diese Achse wickelt sich eine Kette auf, welche am Ende des Karrens befestigt ist und ihn somit schrittweise nach vorne zieht.

Neben der eigentlichen Säge befindet sich die Wohnung des Sägemeisters. Hier kann man eine Zeitreise in eine karge und entbehrungsreiche Zeit machen. Die Wohnung besteht aus einer spartanisch eingerichteten Küche, eine Stube und einem Schlafzimmer. Selbst im Winter wurde hier gelebt und gearbeitet.

Alles in allem war eine “Venezianer Gattersäge” aber eine technische Innovation, welche das Leben der Menschen vor 400 Jahre erheblich erleichterte. Ein einziger Mann konnte ohne größere körperliche Anstrengung, in einer für damalige Verhältnisse kurzen Zeit, aus einem Stamm mühelos, hochwertige Bretter schneiden.

Mittelteil der Säge

Kette welche den Karren zieht

Stube des Sägemeisters

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